Das Backhaus im Pfarrgarten

Pfarr- und Backhaus an der Dorfstraße


Im Schellerter Pfarrgarten steht das letzte Backhaus des Dorfes. Ein Backhaus befand sich in früheren Zeiten auf etwa zwei Dritteln der Schellerter Höfe. Es stand stets etwas abseits der anderen Gebäude, um die Brandgefahr zu verringern, und wurde auch von Nachbarn, die über kein eigenes Backhaus verfügten, benutzt. Mit dem Aufkommen von Herden mit integriertem Backofen, die in den Küchen der Wohnhäuser aufgestellt werden konnten, kamen die alten Backhäuser nach und nach aus der Mode. Ende des 19. Jahrhunderts wurden die alten Backhäuser nur noch als Holzlager genutzt. Mit der Zeit verfielen sie und verschwanden schließlich ganz.

Dank der Initiative des Schellerter Pastors Gerhard Fiedler blieb eines dieser Gebäude erhalten. Er schreibt dazu in seinem Bericht zur Aufbewahrung im Turmknauf der Kirche zu Schellerten vom 17. November 1989:


Das alte Backhaus im Pfarrgarten mit der Jahreszahl 1800 drohte zu verfallen. Da es für kirchliche Zwecke nicht genutzt werden konnte und die Baumittel wegen anderer wichtigerer Vorhaben knapp waren, bestand nur ein geringes Interesse daran, es zu erhalten. Durch glückliche Umstände hat Wolfgang Gocke vom Amt für Bau- und Kunstpflege in Hildesheim erfahren, daß die Akademie des Handwerks im Berufsbildungszentrum Hildesheim eine Restauratorenausbildung für Handwerksmeister durchführt. Zimmermeister Otto Könneker in Schellerten ist es gelungen, das Backhaus als Restaurationsobjekt durchzusetzen, so daß die Lohnkosten für die Kirchengemeinde zum größten Teil entfallen. Nachdem Herr Könneker mit seinen Mitarbeitern im April 1988 das schon schief gewordene Backhaus wieder gerade gerichtet hatte, haben Zimmermeister und Maurermeister unter der Leitung von Herrn Kregel an verschiedenen Wochenenden im Sommer 1988 und 1989 Balken erneuert, ein neues Fundament gelegt und Gefache mit Lehmziegeln ausgemauert und verputzt. Auch Kirchenvorsteher Hans Kaufmes sen. hat sich an den Maurerarbeiten beteiligt. Dachdeckermeister Wilhelm Peters wird das Dach mit alten Pfannen decken. Am 28. und 29. Oktober 1989 haben Herr von Spiegel aus Bielefeld und sein Mitarbeiter einen neuen Backofen eingebaut.


Seit dem wird zu besonderen Ereignissen dort Brot gebacken und verkauft.

Im Juni 2004 geriet das Backhaus beim Anheizen des Ofens aus ungeklärter Ursache in Brand. Dank des schnellen Eingreifens der Schellerter Feuerwehr, die sich in diesem Fall davon überzeugen ließ, dass das Backhaus diesmal wirklich brennt und nicht nur Rauch aus dem Ofen aufsteigt, konnte schlimmeres verhindert werden. Lediglich der Dachstuhl über dem Ofen wurde beschädigt und konnte wieder repariert werden.



Impressionen vom Backtag
anlässlich des 1. Entdeckertages der Region Börde am 5. September 2004:

Der Backofen wird angeheizt.

Dieter Lehnhoff säubert den Ofen. Für die Beleuchtung sorgt Ortsbürgermeister August Ohlms.

Die Glut ist entfernt worden.
Dieter Lehnhoff wischt den heißen Ofen feucht aus.
Für die Beleuchtung sorgt Bürgermeister August Ludolf Ohlms.


Die vorbereiteten Brotlaibe.

Die vorbereiteten Brotlaibe

Dieter Lehnhoff und Walter Riechers bestücken den Ofen.

Es kann losgehen!

Dieter Lehnhoff und Walter Riechers bestücken den Ofen.


Brote

Fertig!