Gemeindearchiv Schellerten

Seit März 2006 verfügt die Gemeinde Schellerten über ein öffentlich zugängliches Archiv. In ihrem Arbeitsbericht in der Einleitung des Findbuchs beschreiben die Heimatpfleger Manfred Kindermann (Dinklar), Hans-Georg Schrader (Ottbergen), Gerda Mayer (Wöhle) und Heike Klapprott (Schellerten) das Archiv im Keller des Schellerter Rathauses:


Im Gemeindearchiv Schellerten sind Akten aus den bis 1974 selbständigen Gemeinden Ahstedt, Bettmar, Dingelbe, Dinklar, Farmsen, Garmissen-Garbolzum, Kemme, Oedelum, Ottbergen, [Schellerten,] Wendhausen und Wöhle zusammengetragen und archiviert worden.

Die Akten lagerten nach 1974 auf dem Dachboden des vorläufigen Rathauses. Sie waren durch Mitarbeiter der neuen Gemeinde Schellerten aus den alten Gemeindeverwaltungen, von Dachböden der Schulen und aus Privaträumen abgeholt worden. Weitere Unterlagen wurden von den Verantwortlichen der bis dahin selbstständigen Gemeinden an die neu gebildete Gemeindeverwaltung Schellerten übergeben. Einige wurden in Umzugskartons gebracht, häufig verschmutzt, nicht geordnet oder mit den Jahren durcheinander geraten. Teilweise hatte sich Schimmel auf Akten und Büchern gebildet.

Bei dieser Zusammenführung der Ortsakten wurden Wahlunterlagen aus vergangenen Jahrzehnten kassiert.

Ab 1985 lagerten die Archivbestände im Keller des neuen Rathauses.

Hier fand um 1988/89 erstmalig eine Durchsicht des Materials durch Herrn Donn (ABM Kraft) statt, die zu keinem nennenswerten Ergebnis führte.


Archivraum im Rathaus

Archivraum im Rathaus




Die nächste Sichtung der Akten fand um 1999 durch den Historiker Dr. Alexander Dylong statt. Dr. Dylong begann mit dem Verzeichnen der Akten, konnte die Arbeit aber nicht zu Ende führen, da seine Anstellung als ABM Kraft in der Gemeinde zeitlich befristet war. Dr. Dylong, erstellte die "Chronik - 25 Jahre Gemeinde Schellerten". Da in dieser Chronik geschichtliches und informelles zur Entstehung der Gemeinde aufgelistet ist, haben wir hier bewusst auf weitere Ausführungen verzichtet.

Eine weitere Bearbeitung erfolgte dann ehrenamtlich durch die Historikerin und Archivarin im Bistumsarchiv Hildesheim, Gabriele Vogt MA. Ihr zur Seite stand Anja Kniep, Mitarbeiterin der Gemeindeverwaltung.

Während dieser Zeit wurde der im Keller des Rathauses vorgesehene Archivraum gesäubert und zur Aktenablage vorbereitet. Bücher, die Schimmelbefall zeigten oder in mehrfacher Ausführung vorhanden waren, wurden kassiert.

Gabriele Vogt hielt die von Dr. Alexander Dylong vorgenommene Verzeichnung der Akten bei und nahm sie in die elektronische Datenverarbeitung auf. Die Akten wurden dabei nicht nach Herkunftsorten, sondern nach Sachgebieten geführt. Eine weitere Bearbeitung der Bestände unterblieb.

Die Akten lagen jetzt zugängig, aber nicht endverzeichnet und verpackt im vorgesehenen Archivraum des Rathauses. Neuzugänge waren nicht gesäubert und verzeichnet.

Im Frühjahr 2005 übernahmen wir HeimatpflegerInnen aus Dinklar, Ottbergen, Schellerten und Wöhle, Manfred Kindermann, Hans-Georg Schrader, Heike Klapprott und Gerda Mayer, mit Zustimmung der Gemeindeverwaltung, ehrenamtlich den weiteren Aufbau des Gemeindearchivs.

Hans-Georg Schrader und Gerda Mayer hatten zuvor unter Anleitung von Fachleuten des Bistumsarchivs Hildesheim die Kirchenarchive in ihren Heimatgemeinden aufgebaut.

Bei der Prüfung der Daten stellten wir viele Dopplungen im Bestand fest. Wir überarbeiteten die Signaturen und korrigierten teilweise die Aktentitel. Die Angaben über den Inhalt wurden für die bereits verzeichneten Akten beibehalten. Die vorgefundene Systematik übernahmen wir nicht, sondern ordneten, nach reiflicher Überlegung, die Akten wieder den ehemaligen Gemeinden zu. Wir führten dabei Akten wieder zusammen, signierten neu und unterteilten die Bestände in einzelne Rubriken. So ergaben sich die 1495 Signaturen, die in dem vorliegenden Findbuch aufgeführt sind.



Kisten mit Archivgut

Lückenschluss:
Zwei Holzkisten mit Schellerter Gemeindeunterlagen aus dem 18. und 19. Jahrhundert finden den Weg ins neue Gemeindearchiv. Nach einer Schädlingsbehandlung in der Stickstoffkammer des Niedersächsischen Landesmuseums in Hannover und gründlicher Reinigung werden die Akten ins Archiv aufgenommen.


Die im Januar 2006 bestehenden Lücken in den Beständen der Orte Kemme und Schellerten konnten in den letzten Jahren geschlossen werden. Neben den Gemeindeakten befinden sich im Archiv auch Forstakten, Katasterkarten, Baupläne und Fotos. Sie umfassen einen Zeitraum von ca. 360 Jahren und bieten einen guten Einblick in die jüngere Geschichte der Dörfer Ahstedt, Bettmar, Dingelbe, Dinklar, Farmsen, Garmissen-Garbolzum, Kemme, Oedelum, Ottbergen, Schellerten, Wendhausen und Wöhle in der Zeit vor 1974. Für das 19. und 20. Jahrhundert ist die Aktenlage besonders gut.


Im August 2011 sind im Gemeindearchiv Schellerten 1.973 Akten und 2.081 Fotos verzeichnet. Einige Neuzugänge befinden sich noch in Bearbeitung.


Weiteres Material kann im Rathaus der Gemeinde Schellerten abgegeben werden.