Das Wappen

Die ersten Wappen wurden im Mittelalter von Rittern als Abzeichen auf Schild oder Helm getragen. Später wählten auch andere Personen und Institutionen ein Wappen, mit dem sie ihre Siegel schmückten. Landgemeinden, wie z.B. Schellerten, versahen ihren offiziellen Schriftverkehr nicht mit einem Siegel und führten auch kein Wappen.

Skizze eines alten Siegels der Gemeinde Schellerten

Skizze eines Siegels von 1835

Für die damals noch selbständige, das Dorf meinende Gemeinde Schellerten lassen sich die ersten Siegel im 19. Jahrhundert nachweisen. Sie tragen lediglich den Namen mit einer Blüte darüber und einem Strich darunter. [HStA H, Hann. 74 Marienburg Nr. 574 und Nr. 1246]

In den 1920er schufen sich die Gemeinden des Landkreises Hildesheim eigene Wappen. Sie erschienen 1930 in einem Wappenbuch - dem ersten in Preußen. Im Kreis Marienburg, zu dem Schellerten gehörte, verzichtete die Dörfer zu jener Zeit auf eigene Wappen. Als am 1. Juni 1946 die Kreise Hildesheim-Land und Marienburg zusammengelegt wurden, beschlossen auch die Dörfer des Alt-Kreises Marienburg sich ein Wappen zu geben. Die Gemeinden begannen zu recherchieren, welches Wappenbild auf Grund der Ortsgeschichte in Betracht käme. [söding 1966]

Die Gemeinde Schellerten wählte die Wappen der Familien von Escherde, Brandes und von Harlessem - die sie als die ersten Grundbesitzer von Schellerten ansah - als Grundlage. Das Atelier für Kunstgewerbe von Erwin Scheller in Hildesheim erarbeitete daraus fünf Entwürfe, die die Gemeinde im September 1947 erhielt. Erwin Scheller bat die Gemeindeverwaltung das schönste Wappen auszusuchen und bemerkte, dass sich leider nicht alle 3 Symbole der Ursprungswappen in einem vereinigen ließen, da es sonst zu einer Überladung kommen würde. [GASch Sche 132]

Am 26. September 1947 entschied sich der Scheller­ter Gemeinderat für den Entwurf Nr. 3 [GASch Sche 10], der auf das Treppengiebel-Wappen der Familie von Harlessem zurück geht. Die Belehnung dieser Hildesheimer Patrizierfamilie mit Ländereien in Schellerten wird erstmals 1439 urkundlich erwähnt. [doebner 1980] UB IV 346

In Anlehnung an das Schellerter Kirchensiegel, das einen Schlüssel zeigt, trägt das Giebelfeld des Ortswappens zwei gekreuzte Schlüssel.

Die gewählten Farben Rot und Gold weisen darauf hin, dass Schellerten einst zum Kernland des Hochstifts Hildesheim gehörte, dessen Farben die genannten sind.

Wappen Schellerten