Der Kirchhof

Der Kirchhof diente über Jahrhunderte als Friedhof. Seit Mitte des 19. Jahr­hunderts stieg die Ein­wohnerzahl in Scheller­ten jedoch stetig an, so dass der Kirch­hof 1928 voll belegt war und ein neuer Friedhof – heute an der Rathaus­straße gelegen – angelegt wer­den musste. Auf dem Kirchhof wurden bis 1966 nur noch einzelne Personen begraben, die bereits eine Grabstelle erworben hatten oder die eine ältere, bereits im Familienbesitz befindliche nutzten. Eine Ausnahme machte man auch für den 1929 verstorbenen Scheller­ter Pastor und Superintendenten i.R. Adolf Lo­ning. Er wurde an seiner Kir­che bestattet. Sei­ne mit einem Kreuz und einem Kranz aus Rosen­blüten geschmückte Grabplatte ist noch heu­­te am Hauptweg zu se­hen. Auch seine Frau Adele wurde 1943 hier begraben.

Kreuz auf der Grabplatte von Pastor Loning

Grabplatte von Adolf Loning
1929

Das Grab eines anderen Schellerter Pastors be­findet sich direkt neben dem Turmeingang. Hier ruht seit 1876 Georg Erlewein. Die Pfarre in Schellerten war seine erste Stelle, die er 1847 mit über 40 Jahren bekommen hatte.

Kreuz auf dem Grabstein von Wilhelmine Hennies

Kreuz auf dem Grabstein von
Wilhelmine Hennies
1853

Auf dem Kirchhof, so die Friedhofsordnung von 1890, fand eine Beerdigung in der Reihe statt. Die Leichen Erwachsener und Kinder unter 14 Jahren wurden auf getrennten Abteilungen des Friedhofs bestattet. Erbbegräbnisse mussten ebenfalls in der Rei­he liegen und sich beim Kauf an das Grab des zuletzt Beerdigten anschlie­­ßen. Bei genaue­rem Hinsehen fällt auf, dass alle Gräber einer alten christlichen Tradition folgend nach Osten ausgerichtet sind. Die Verstorbe­nen blicken zur auf­gehenden Sonne, die den auferstan­de­nen Chris­tus symbolisiert.


Bis heute haben sich auf dem Schellerter Kirchhof Grabzeichen aus der Zeit zwischen 1853 und 1956 er­halten. Das älteste haben die Eltern der mit 16 Jahren verstorbenen Wil­helmine Hennies für ihre Tochter setzen lassen. Es steht noch immer auf ihrem Grab west­lich der Kirche und ist an dem aufgesetzten Kreuz um das sich eine Schlange windet zu erkennen.


Aus der Zeit des 1. Weltkriegs ist südlich der Kirche ein Teil des Ehrenfriedhofs für Soldaten erhalten. Willi Giesemann, Walter Hake und Gustav Leinemann sind an der Front gefallen, von ihren Angehörigen nach Schellerten über­führt und hier mit militärischen Ehren beigesetzt worden. Hermann Brandes starb im Laza­rett in Gera und wurde ebenfalls in Schellerten begra­ben. Ihnen steht heute ein dau­er­haftes Ruhe­recht zu. An die Gefallenen Georg Krone, Friedrich Hake und Willi Köhler erinnern noch Inschriften auf den Grab­steinen ihrer Ange­hörigen.


Gräber von Gefallenen des 1. Weltkriegs

Rest des Ehrenfriedhofs für die Gefallenen des 1. Weltkriegs:
Gräber von Gustav Leinemann, Walter Hake, Hermann Brandes und Willi Giesemann


Bereits in 19. Jahrhundert bes­tan­den die meisten Grab­denkmale aus fabrik­mäßig vorgefertigten Ein­­zel­teilen, die von den Steinmetzen nach Wunsch der Kunden zusam­men­gesetzt und in­di­vi­duell beschriftet wurden. Die heute an der Schellerter Kirche stehenden Stei­ne sind typisch für ihre Zeit. Sie sind kultur­histo­risch wert­voll.


Impressionen

Impressionen vom Schellerter Kirchhof Impressionen vom Schellerter Kirchhof
Impressionen vom Schellerter Kirchhof Impressionen vom Schellerter Kirchhof
Impressionen vom Schellerter Kirchhof
Impressionen vom Schellerter Kirchhof
Impressionen vom Schellerter Kirchhof Impressionen vom Schellerter Kirchhof