Was bedeutet der Ortsname?

Dr. Kirstin Casemir, Sprachwissenschaftlerin und Na­menforscherin an den Uni­versitäten Göttingen und Münster, ist 2011 zu folgendem Ergebnis gekommen:


[…] Zunächst ist zu fragen, wie der Name zu zerlegen ist, denn er dürfte, wie die weitaus meisten Namen im deutschen Sprachgebiet, aus zwei Bestandteilen beste­hen, zumal im Wortschatz kein Wort Scelerthe o.ä. be­legt ist.[... Es] wird eine andere Gliederung vorge­schlagen, nämlich Scel-erthe. Eine nicht kleine Gruppe von Ortsnamen enthält ein Element -ard, -erde […]

Bliebe für Schellerten im Vorderelement schel zu erklären, wobei älteres Skel- anzunehmen ist, dessen Lautverbindung Sk- sich regelgerecht jünger zu Sch- entwickelte. […] Sie alle werden zu einem Ansatz *skel- „biegen, krumm, Krümmung, aber auch schief, Gelenk“ gestellt. Schellerten wäre dann also das Ackerland, die Sied­lung, die irgendwie „schief“ wäre, entweder in einem leichten Tal liegt, an einer Krümmung eines Gewäs­sers o.ä.

Diese Deutung hat insofern ein Problem, als die meisten -ard-Namen lautgerecht ein -d- haben, bei Schellerten hingegen schon früh ein -t- auftritt, das nicht lautge­recht ist. Zwar weisen einige ältere Belege auf altes -th-, das sich zu -d- weiterentwickeln würde, aber das frühe Erscheinen von –t- bleibt schwierig. Insofern ist dieser Lösungsvorschlag nicht ganz ohne Einschrän­kung zu betrachten.